(Deutsch) Domainpulse 2011

Auch in diesem Jahr fand der mittlerweile traditionelle, jährliche Domainpulse statt.

Der Domainpulse ist seit seiner Gründung im Jahr 2004 im deutschsprachigen Raum eine der bedeutendsten Veranstaltungen zum Thema Domains. Zusammen mit den Registrys Nic.at, SWITCH und der Denic findet dieses Meeting im jährlichen Wechsel dieser drei Länder statt.

In diesem Jahr fand die Veranstaltung direkt in Wien statt und wurde von der Nic.at ausgerichtet.

Zuallererst muss ich mein Kompliment für diese sehr schöne Location und Veranstaltung aussprechen.

Das Palais Ferstel galt bei der Eröffnung 1860 als modernstes Haus in ganz Wien. Es liegt im Gemeindebezirk in Wien und grenzt direkt an das weltbekannte Cafe´Central.

Wer sich über die Geschichte des Hauses näher informieren möchte, kann dies gerne unter http://www.palaisevents.at/palais-ferstel.html tun.

Am Donnerstag, 17. Februar 2011 um 8 Uhr ging es dann los mit der Veranstaltung. Nachdem man sich angemeldet hatte und mit der dazugehörigen Promo-Tasche ausgestattet wurde, wartete ein wunderschöner und historischer Festsaal auf die Teilnehmer. Auch die zwei riesen Leinwände, eine Dolmetscher-Kabine und die Bühne konnten dem Charme des Veranstaltungsraumes nichts anhaben.

Neben den Dauerthemen wie "Staat und Internet", "neue TLDs" und "DNSSEC" gab es diesmal drei Themen, die mich besonders interessiert haben.

"Dem Trend auf der Spur" - war ein Vortrag von der Firma TrendONE, der uns zeigen sollte wie weit die moderne Kommunikation heute ist und wie sie in Zukunft aussehen könnte.

Für die anwesenden Technik-Begeisterten ein wirklich gelungener Vortrag, der sich ausnahmsweise mal nicht zu 100% mit Domains beschäftigte.

Dann gab es eine sehr interessante Diskussionsrunde zum Thema "Die Domain ist tot - es lebe die Domain?". Diskussionsteilnehmer waren Tim Schumacher von SEDO, Christian Kallenberg von Mitte Editionen und Sabine Hoffmann von ambuzzador Marketing. Auslöser für dieses Thema war die Zeitschrift FHM, die vor einiger Zeit deren Internetseite abgeschaltet hatte und fortan nur noch über deren Facebook Fan Seite erreichbar war.

Und als letztes Thema: "Zeitmanagement - in einer hektischen Welt". Ich denke allen Anwesenden war und ist klar, dass wir unsere Zeit besser planen können und mit unserer Gesundheit sorgfältiger umgehen können. Der Vortrag war auch wirklich sehr interessant und hat die Zuhörer etwas wach gerüttelt, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Ich bin aber auch der Meinung, dass so gut wie kein Besucher auch nur einen Teil des Vortrags wirklich umsetzen kann.

Der Vorstandsvorsitzende einer Firma mit 2000 Angestellten kann sicherlich sagen, dass er ab sofort seine Mails nur noch einmal am Tag bearbeitet um somit seine Effektivität zu steigern. Eine zwei-Mann Firma, die flexibel um jeden Auftrag kämpfen muss, kann sich dies aber sicherlich nicht erlauben. Von daher war der Vortrag interessant, mehr aber auch nicht.

Einen Kritikpunkt hätte ich aber dann doch noch:

Es gibt tatsächlich Besucher der Veranstaltung, die mit dem Thema Internet und Domains überhaupt nichts oder nur sehr sehr wenig zu tun haben. Man sieht sie in keinem Vortrag und auch am Networking in den Pausen oder bei der Abendveranstaltung haben sie keinerlei Interesse an einem Erfahrungsaustausch oder an Gesprächen.  Lediglich das Pausen-Buffet und die kostenlose Abendveranstaltung scheinen diese Besucher zu animieren eine derart schöne Veranstaltung zu besuchen. Aber damit nicht genug. Bei einigen Besuchern kommt sogar noch die Mutter, der Vater und auch der Bruder mit und es scheint es handelt sich hier eher um einen Familienausflug mit kostenlosem Buffet und einer Verkaufsveranstaltung, als um eine Fachveranstaltung für Interessierte aus dem Bereich Domains und Internet.

Besonders ärgerlich wird es dann, wenn man als Fachbesucher gerne einen Kunden aus der Branche mit zur Veranstaltung gebracht hätte, dies aber nicht ging, da es keine freien Plätze mehr gab.

Ich bin der Meinung hier sollten die Veranstalter dringend nachbessern. Alle "Angehörigen", zumindest einer der veranstaltenden Registrys, bekommen kostenlosen Eintritt für zwei Personen zur Veranstaltung und alle anderen Teilnehmer zahlen einen Unkostenbeitrag pro Person.

Dann würde sich zumindest die Familie XY zweimal überlegen, ob sie mit 4 Personen anreist nur wegen des üppigen Buffets in der Pause oder den kostenlosen Kugelschreibern bei den Ausstellern.